Bambinis - Gründung

Da ich seit 2006 aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr an aktiven Einsätzen mehr teilnehmen kann, habe ich in Zusammenarbeit mit der Wehrleitung ein neues Fachgebiet für mich entdeckt. Ab dem Zeitpunkt war für mich die Brandschutzerziehung, Brandschutzaufklärung an erster Stelle. In Zusammenarbeit mit dem LFV – Sachsen, der Wehrleitung und den Kameraden der FF – Radeburg war es mir möglich die ersten Brandschutzerziehungen mit Erfolg durchzuführen. Die benötigten Materialien habe ich mir teilweise vom LFV – Sachsen oder privat besorgt. Im Gespräch mit Gewerbetreibenden habe und Ihnen erklärt, was in Radeburg in Kindereinrichtungen und Schulen stattfinden soll. Einige haben sich bereit erklärt Sachspenden dafür herzugeben. Andere haben auch die Brandschutzerziehung finanziell unterstützt. Da die Brandschutzerziehung und Räumungsübungen in Kitas und Schulen sehr großen Anklang fanden, habe ich mich an die Jugendwarte der zu Radeburg gehörenden Feuerwehren gewandt. Die Unterstützung ließ nicht lang auf sich warten. Die Kameraden Thilo Klemz ( FF – Berbisdorf ) und Tom Czirpka ( FF – Volkersdorf ) boten Ihre Hilfe an.

Als wir uns trafen, wurde uns allen bewußt, in allen Feuerwehren haben wir das selbe Problem: Nachwuchssorge in den Jugendfeuerwehren. Wir gestalteten gemeinsam Räumungsübungen und Brandschutzerziehungen. Auch die Öffentlichkeit merkte bald, das in Radeburger Kindergärten und Schulen die Feuerwehr präsent war.

Das alles reichte leider nicht aus um die Kinder schon für die Feuerwehr zu begeistern. Die vielen Angebote bei uns für Kinder beginnen schon weit vor dem 10ten Geburtstag, so das wir als Feuerwehr leider aus versicherungstechnischen Gründen nicht mithalten können. Durch einen Zufall, wurde ich im Internet auf eine Feuerwehr aufmerksam, die eine Vorgruppe für Kinder von 6 – 10 Jahren gegründet hatte. Als ich mich etwas genauer erkundigt hatte, was für Voraussetzung hier in Sachsen dafür vorhanden sein muss, schien es mir fast Unmöglich. In Zusammenarbeit mit Kam. Czirpka, Kam. Klemz und dem Wehrleiter Kam. Andreas Rennig suchten wir nach einer Lösung.

Die Lösung war der DKSB OV Radebeul e.V. , der 2 Kindertagesstätten in Radeburg betreibt, mit denen wir schon in Sachen Räumungsübung und Brandschutzerziehung zusammengearbeitet haben. Als wir Ihnen das Projekt „Bambini – Feuerwehr“ vorstellten, waren Sie sehr angetan davon. Aber auch wenn wir die Lösung mit dem DKSB schon hatten, mußten trotzdem noch einige Hürden genommen werden. Wir Feuerwehr und der Kinderschutzbund arbeiteten nun Hand in Hand, um das Projekt so gut vorbereitet unserem Bürgermeister Herrn Jesse vorzulegen. Herr Jesse war mit dem gut vorbereiteten Konzept so zufrieden, das er dem Projekt zustimmte.

Nun arbeiteten wir verschiedene Feinheiten im Konzept aus. Trotzdem dauerte es fast ein ¾ Jahr bevor es richtig Spruchreif war. Es wurde viel Zeit von Seitens des DKSB und den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren investiert. Jetzt war es so weit und es wurde ein Kooperationsvertrag mit dem DKSB und der FF – Radeburg (Stadt) eingegangen.

Ohne die Hilfe von allen Personen, die an dem Projekt „Bambini Feuerwehr“ mitgearbeitet haben, wäre es nicht möglich gewesen, den Startschuss für die Bambini - Feuerwehr am 05.03.2009 um 16:00 zu geben. Deshalb möchten wir uns bei all denen bedanken, die Ihre Freizeit geopfert, uns mit Sachspenden oder finanziell sowie mit Informationen versorgt haben.

 

Interview mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz nach der Bewerbung zum Förderpreis für das Ehrenamt:

Sven Werner, 29, Koch

seit 2003 in der Freiwilligen Feuerwehr, Leiter und Ausbilder der Bambini-Feuerwehr Radeburg

Wie sind Sie zur Bambini-Feuerwehr gekommen?

Ich war sechs Jahre lang aktiver Kamerad bevor ich aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. Das Erste was ich nach meinem Umzug nach Radeburg gemacht habe, war, mich bei der Feuerwehr zu melden, sogar noch bevor ich meinen ersten Arbeitstag hatte. Nachdem der aktive Dienst so nicht mehr möglich war, war es mir wichtig am Ball zu bleiben und ich habe die Jugendfeuerwehr mit unterstützt. Ich habe mich im Internet kundig gemacht und gesehen, dass es in anderen Bundesländern Vorgruppen gibt. Mit zehn Jahren gibt es so viele Aktivitäten, dass es oft zu spät ist, die Kinder für ein Ehrenamt in der Feuerwehr zu gewinnen.

Wie kamst Du von der Idee zur Umsetzung?

Es war sehr schwierig die Widerstände und bürokratischen Hürden in den Verwaltungen gegen eine Kinder-Feuerwehr zu überwinden. Letztlich hat es mit Hilfe des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. geklappt. Denen haben wir das Projekt vorgestellt und sie waren sofort begeistert. Nach einem Dreivierteljahr Planung sind wir im März 2009 gestartet.
 
Wie sieht der Dienst bei der Bambini-Feuerwehr konkret aus?
  

Wir haben geübt einen Notruf abzusetzen, wie Brandgefahren erkannt werden können und wie Rauchmelder funktionieren. Ich finde es toll, wie interessiert und lernfähig die Kinder sind. Da ist so viel möglich. Wir haben vor ein paar Wochen zusammen mit den Kindern und den Eltern im Dunkeln einen Einsatz simuliert, inkl. Suche einer vermissten Person, Erster Hilfe, Schlauchausrollen und Notruf.
  
Woher nehmen Sie die Motivation für Ihre Arbeit?

Die Anerkennung und das Lob, das man von den Kindern und den Eltern zurückbekommt, entschädigen für vieles. Wir haben viel Unterstützung aus der Bevölkerung und von Unternehmen und Sponsoren bekommen, bei denen die Bambini-Feuerwehr super ankommt. Wenn mir das vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich Leiter und Ausbilder einer Feuerwehr für Kinder bin, ich hätte es ihm nicht geglaubt. Ganz persönlich für mich ist es die Arbeit mit den Kindern, die mich motiviert und Spaß macht. Und ich habe noch etwas: Wenn ich alt bin und eines Tages brennt es bei mir, dann weiß ich, dass da jemand kommt und mir helfen wird. Ich kann nur appellieren, sich einfach mit in die Projekte einzubringen. Und eine gute Idee gemeinsam mit anderen umzusetzen. Daran glauben, einfach umsetzen, einfach machen!